Folgende Wirkungen
 
der Akupunktur gelten als gesichert:


die analgetische (schmerzlindernde),
• die vegetativ-regulierende,
• die psychisch-harmonisierende,
• die motorisch-aktivierende sowie
• die das Immunsystem modulierende Wirkung.

Die Akupunkturpunkte, die die Basis des Systems bilden, sind nach neueren Erkenntnissen zu einem hohen Prozentsatz identisch mit der anatomischen Lage so genannter Trigger-Punkte (= schmerzhafte, übererregbare Stellen in verkürzten und verhärteten Muskelfaserbündeln).  Akupunkturpunkte befinden sich an Durchtrittstellen von Nerven-Gefäßbündel durch die Muskelhäute. Es handelt sich hier um kleine Löcher, wenige Millimeter tiefe Kamine in dem Gewebe zwischen Haut und Muskeln, durch die sich Bündel von Blutgefäßen und Nerven ziehen. Durch Messen des elektrischen
Widerstands lassen sich die Akupunkturpunkte/Löcher immer wiederfinden.

361 Akupunkturpunkte befinden sich auf den Meridianen. Die Meridiane bilden demnach das Raster für die Akupunktur. Diese besitzen zwar keine anatomische Grundlage, dafür lassen sie eine klare und in sich schlüssige Systematik erkennen. Nach der traditionellen chinesischen Vorstellung fließt durch das Meridiansystem die Lebensenergie »QI« und reguliert die Körperfunktionen.

Mittels der Meridiane spannt die Akupunkturlehre funktionelle Brücken zwischen den verschiedensten, durchaus nicht benachbarten Organen und Geweben.
Generell gilt, dass Akupunktur bei allen wiederherstellbaren Funktionsstörungen wie z. B. Schmerzerkrankungen, Allergien, Asthma, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden, Schwangerschaftsübelkeit usw. eingesetzt werden kann.
Viele Wirkungen der Akupunktur sind den Heilkundigen seit Jahrhunderten bekannt. Leider sind nur wenige dieser wertvollen Wirkungen wissenschaftlich erforscht, da einerseits bisher noch zu große Berührungsängste seitens der westlichen Wissenschaft bestehen und andererseits viele der bereits durchgeführten Studien methodische Mängel besitzen.

Die ärztliche Ausbildung wird heutzutage aufgrund der im Westen vorherrschenden Auffassung des Dualismus von Körper und Seele-Geist der komplexen Situation des Patienten oft nicht gerecht. Meist werden unklare Schmerzen oder Beschwerden kausalanalytisch bestimmten Schmerzsyndromen zugeordnet. Wenn sie dann nicht erfolgreich therapierbar sind, verweist man den Schmerz allzu schnell in den Bereich der Psychologie bzw. Psychosomatik
.


Im Gegensatz hierzu besteht in der chinesischen Philosophie und Medizin als wirklichkeitsstiftende Betrachtungsweise die Polarität von YIN und YANG als ständige Möglichkeit der Ergänzung und Erneuerung, die sich aus einer schöpferischen Urkraft, dem TAO, speist.
Die Traditionelle chinesische Medizin betrachtet nicht nur vordergründig ein gestörtes Organ als behandlungsbedürftig, sondern setzt dieses gestörte Organ mit dem Gesamtsystem »Mensch« in Beziehung. Ebenso wird hier die Einbeziehung des Menschen in seine Umwelt berücksichtigt. Dieses Behandlungskonzept folgt damit einer ganzheitlich orientierten Medizin und ergänzt die konventionellen Therapieverfahren.

Konkret heißt dies für den Patienten mit chronischen Schmerzzuständen, dass bei Anwendung von Akupunktur nicht nur die analgetischen Wirkungen, sondern auch die psychisch-harmonisierenden Wirkungen zum Tragen kommen, wenn dies erforderlich ist.

Bevor sich jemand für eine Akupunkturbehandlung entscheidet, muss als erste Maßnahme zunächst immer eine ausführliche Abklärung des Krankheitsbildes nach Gesichtspunkten der modernen westlichen Diagnostik erfolgen. Sollte Akupunktur angezeigt sein, wird meistens ein Behandlungsplan erstellt, bei dem sowohl medikamentöse als auch physikalische Maßnahmen sowie Naturheilverfahren und/oder psychotherapeutische Verfahren im Gesamtkonzept einer Therapie je nach Indikation kombiniert werden. Akupunktur ist meist keine Monotherapie!
Der Heilpraktiker wird die Akupunktur-Sitzungen beginnen, indem er den Patienten ruhig und entspannt lagert, d. h. meist liegen lässt. Beim Einstich entsteht eine minimale unangenehme Empfindung, die beim Tiefergehen der Nadel in der Regel verschwindet. Erst wenn die Nadel an ihrem endgültigen Platz ist, soll ein unterschiedlich dumpfes Gefühl entstehen, was mit der Nadelwirkung gekoppelt ist und »de qi« genannt wird. Nach einigen Minuten lässt dieses Gefühl nach, so dass der Patient ohne größere Sensationen während einer Behandlungsdauer von ca. 20 Minuten entspannt liegt. Es werden immer so wenig Nadeln wie möglich gestochen, in der Regel maximal 10 – 12 Nadeln in einer Sitzung. Meist sind zunächst 10 – 15 Sitzungen in mindestens wöchentlichen Abständen nötig, um ein gutes Ergebnis zu erzielen, in seltenen Fällen auch weniger. Danach können die Intervalle sukzessive vergrößert werden.

 

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